Konvergenz der Medien

Die Medien wachsen zusammen

Konvergenz beschreibt das Zusammenwachsen bisher getrennter, unterschiedlicher Mediengattungen, sowie ein Verwischen der traditionellen Grenzen zwischen den Medien. Die Theorie betrachtet jedoch nicht nur die technische Seite, sondern auch eine wirtschaftliche. Die zweite Konvergenztheorie besagt, dass nicht nur auf technischer Ebene eine Verschmelzung existiert, sondern in Folge der Notwendigkeit auch auf ökonomischer bzw. unternehmerischer Ebene. Als letzte der drei Konvergenztheorien wird das Konvergieren der Communities beschrieben, im Zusammenwachsen der Nachfragemärkte.


Die technische Konvergenz

Die Theorie der technischen Konvergenz bildet die Basis der Konvergenztheorie. „Sie umfasst die gemeinsame Anwendung auf einheitlichen Standards basierender digitaler Technologie auf Systemen und Netzen.“[1] Die Digitalisierung hat diese technologische Einigkeit in die Wege geleitet und überhaupt erst möglich gemacht.

Durch die Verwendung des einheitlichen digitalen Standards, sind die neusten Geräte multimediale Plattformen geworden. „Mit dieser Möglichkeit für den Nutzer, das Ausgabeformat der Inhalte zeitbeliebig, ortsunabhängig und interaktiv selbst zu bestimmen, steigt die Individualität.“[2]

So ist man heute bspw. mit einem Smart-TV in der Lage, ins Internet zu gehen, auf externe Festplatten zugreifen zu können und nebenbei noch fernzusehen. Die Sprache HTML 5 stellt einen wichtigen Schritt in Richtung technischer Konvergenz dar, da sie unkompliziert zu schreiben ist, einfach in Systeme zu integrieren ist und Text- und Bildanzeigen enthält. HTML 5 wird auf nahezu allen modernen High-End-Geräten verwendet.


Die ökonomische Konvergenz

Die ökonomische bzw. unternehmerische Konvergenz beschreibt das Zusammenwachsen von Unternehmen, die unterschiedliche Mediengattungen bedienen. Dies geschieht häufig aus ökonomischem Zwang heraus. Unternehmen aus den klassischen Medienbereichen, wie der Print- oder Rundfunkindustrie, müssen sich notwendigerweise mit Unternehmen aus der New Media zusammenschließen, um neue Markt- und Kundenpotenziale zu erschließen, sie müssen medienübergreifend agieren.

Um eine funktionierende Zusammenarbeit zu garantieren, müssen die produzierten Inhalte so aufgearbeitet werden, dass eine multimediale Nutzung und Distribution möglich ist. Unternehmen aus den klassischen Medienbereichen haben durch ökonomische Konvergenz die Möglichkeit, die neuen Medien zu ihrem Vorteil zu nutzen.

Dies kann bspw. durch die Integration eines Social-Media-Unternehmens in das eigene Unternehmen erzielt werden. Größere Medienanstalten haben deshalb eigene Social-Media-Abteilungen, die sich um die Online-Vernetzung kümmern. Um das volle Marktpotenzial auszuschöpfen, sind Unternehmen sich mit Unternehmen der New Media zusammenzuschließen, um ein Abwandern an Nutzern zu verhindern.


Die Konvergenz der Communities

Die Konvergenz der Communities bedeutet ein Zusammenwachsen unterschiedlicher Kernzielgruppen, die das Medienunternehmen zu erreichen anstrebt. Dadurch stellt sie auch eine Konvergenz unterschiedlicher Medienmärkte dar. Sie ist die abstrakteste der drei Theorien. Um hier eine Konvergenz erzielen zu können, muss zunächst festgestellt werden, was die Kernzielgruppe des jeweiligen Unternehmens ist.

Erst dann kann damit begonnen werden, mögliche Kernzielgruppen aus anderen Mediengattungen ausfindig zu machen, um eine Vernetzung einleiten. Die Bildung von Communities hat in der heutigen Zeit einen großen Stellenwert für Medienunternehmen eingenommen. Durch den Aufbau von sozialen Netzwerken, wie Facebook, Twitter oder hauseigene Foren, wird es dem Rezipienten somit ermöglicht, Teil des Geschehens zu werden.

Um eine Konvergenz der Communities einzuleiten, müssen zwei oder mehrere Communities gemeinsame Interessen haben, erst dann kann versucht werden, sie zusammen zu führen. Ein Beispiel dafür wäre die Community eines Heavy-Metal-Musiksenders und die eines Harley-Davidson Fanclubs, da man davon ausgehen könnte, dass beide Kernzielgruppen den gleichen Musikgeschmack haben.


Quellen:

[1] Beyer, A. ; Carl, P.:Einführung in die Medienökonomie, 3. Auflage, Konstanz und München 2012, S. 125

[2] Ders., a. a. O.

Kleinsteuber, H.J.: Radio – Eine Einführung, 1. Auflage, Wiesbaden 2012, S. 15 ff.

Frey-Vor, G. ; Siegert, G. ; Stiehler, H.-J.: Mediaforschung, o.A., Konstanz 2008, S. 365

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