Netflix

Wie Netflix und Co. den Fernsehmarkt anvisieren

Wenn über Zukunft und Gegenwart des Fernsehens spekuliert wird, fällt immer wieder der Name „Netflix“. Das Unternehmen ist einer der führenden Streaming-Dienstleister im Internet und hat über 109 Millionen Mitglieder in über 190 Ländern.

Täglich werden bis zu 125 Millionen Stunden TV-Sendungen und Filme gestreamt, worunter sowohl Eigenproduktionen, als auch Dokumentationen und Spielfilme fallen. Unter den Netflix-Originalen befinden sich Zuschauerlieblinge wie House of Cards, Orange Is the New Black oder auch die neue Staffel der Gilmore Girls.

Die Anzahl der Formate, die konsumiert werden können, ist ebenso unbegrenzt wie die Art des Konsums: Solange der Bildschirm mit dem Internet verbunden ist, können Zuschauer auf die Inhalte zugreifen. Egal ob Smart-TV, Tablet, Smartphone oder auch der klassische Desktop-PC. Nie war es so einfach und unkompliziert, in die virtuelle Welten der Medienmacher einzutauchen.

Im Gegensatz zum Linearen TV können die Serien und Filme nicht nur zeitunabhängig abgespielt werden, auch das Vor- und Zurückspulen ist ohne Werbeunterbrechung möglich. Wie bei den meisten Streaming-Produkten gibt es auch bei Netflix die Möglichkeit, das Angebot für einen Monat zu testen. Legt der Kunde kein Ende der Vertragslaufzeit ein, läuft das Abo weiter und der Zuschauer kann wählen, welche Mitgliedschaft er denn möchte.

Der höchste Preis des Netflix-Abos liegt bei 13,99 €. Damit erhält der Kunde die Mitgliedschaft und besitzt die Lizenz, auf vier Geräten gleichzeitig streamen. Die Bildqualität kann in Full-HD oder Ultra-HD ausgestrahlt werden.


Der Streamingdienst in Deutschland

In Deutschland galt es lange Zeit als unmöglich, dass eine Vielzahl der Zuschauer bereit wäre, für privates Fernsehen Geld zu bezahlen. Die GEZ-finanzierten Fernsehsender, darunter ARD und ZDF, haben es bei ihrer Zuschauerschaft mit einem durchschnittlichen Alter von über 60 Jahren zu tun.

Dies sei mit einem erheblichen Verlust gesellschaftlicher Relevanz verbunden. Wer jedoch hin und wieder die Sendungen auf diesen Sendern guckt bemerkt, dass die Werbeclips, die dort geschalten werden, genau auf diese Altersgruppe  zugeschnitten sind, so wie es bei kaum einem anderen Sender möglich wäre.

In Deutschland bleiben die Zuschauer dem linearen Fernsehen noch relativ treu, doch ist auch hier die Trendwende bereits zu erkennen. Bereits rund 20 Prozent nutzen regelmäßig Netflix und etwa 14 Prozent der 14 bis 25 jährigen nutzen den Hauptkonkurrenten Amazon Prime. Die öffentlich-rechtlichen Sender sind aber genauso wie die privaten Sender noch in allen Altersgruppen dominant. 79 Prozent verfolgten im Jahr 2017 deren Inhalte, doch die Zahl nimmt stetig ab. 2014 lag dieser Wert noch bei 86 Prozent.


Es ist genug Fernsehen für alle da

In der Diskussion wird oftmals nur auf die Marktanteile geschaut und weniger darauf, welche Inhalte geboten werden. Das Deutsche Fernsehen, in seiner privaten wie auch öffentlich-rechtlichen Form, hat seine eigene Art und Weise, Inhalte zu produzieren, die das Publikum ansprechen. Dies ist auch die Chance der Fernsehstationen. Amazon und Co. können Geschichten erzählen, die für ein globales Publikum interessant und nachvollziehbar sind, deutsche Fernsehstationen können sich an diesem Vorbild orientieren.

Anfang Oktober verkündete Apple, dass Steven Spielberg eine eigene TV Serie für den Konzern drehen werde. Gerüchten zufolge sollen bis zu 1 Milliarde Dollar in eine Reihe von neuen Serien investiert werden. Somit steigen immer mehr Player in die Streaming-Dienstleistungsbranche ein. Diese Produktionen sind bedeutsam für jegliche Streaming-Unternehmen, da sie den Online-Medienkonsum weiter attraktiv machen und so Kunden an ihre Produkte binden können. Bisher galt Netflix als Branchenerster, was sich durch den Einstieg von Google, Amazon und Apple bald verändern könnte.

Die deutschen Medienmacher, sodann sie sich auf ihre Stärken konzentrieren, haben allemal die Chance, auch nach dem Strukturwandel des Fernsehens weiterhin relevant zu bleiben. Die Frage, ob das lineare Fernsehen als solches verbleiben wird, ist da unwichtig.

Die Zukunft des Fernsehens wird vermutlich eine Mischung aus Inhalten bestehen, die zeitunabhängig abgerufen werden können, verbunden mit dem Bedürfnis der Zuschauer, jeglichen Inhalt zu jeden Zeitpunkt zu sehen. Auch die Frage, auf welchem Gerät dies stattfinden wird, ist unerheblich.

Ob unterwegs oder zu Hause, nach Feierabend oder frühmorgens – das Bedürfnis der Menschen „fern zu sehen“ ist ungebrochen und diejenigen, die es am allerbesten verstehen, interessante Inhalte für dieses Publikum zu produzieren, haben die besten Voraussetzungen, auch in Zukunft dabei zu sein.

 


Quellen:

 

https://ir.netflix.com/index.cfm Zugriff am 6.11.2017, Autor und Erstellungsdatum unbekannt

https://www.netflix.com/de/originals Zugriff am 6.11.2017, Autor und Erstellungsdatum unbekannt

https://ir.netflix.com/index.cfm Zugriff am 6.11.2017, Autor und Erstellungsdatum unbekannt

https://www.netflix.com/signup/planform Zugriff am 6.11.2017, Autor und Erstellungsdatum unbekannt

http://www.focus.de/digital/experten/mediennutzung-streaming-wie-nutzer-tv-sender-netflix-und-amazon-zum-umdenken-zwingen_id_7751533.html zugriff am 6.11.2017, Autor Peter Harengel, Erstellungsdatum 26.10.2017

https://www.morgenpost.de/wirtschaft/article212268901/So-kaempfen-Konzerne-wie-Apple-um-das-Fernsehen-der-Zukunft.html Zugriff am 6.11.2017, Autor Kai- Hinrich Renner, Erstellungsdatum 17.10.2017

https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/amazon-prime–netflix-und-co–deutsche-bleiben-noch-dem-fernsehen-treu-28256946 Zugriff am 6.11.2017, Autor unbekannt, Erstellungsdatum 31.8.2017

https://www.urbandictionary.com/define.php?term=netflix+and+chill Zugriff am 6.11.2017, Autor und Erstellungsdatum unbekannt

 

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